Hilfe fuer Tororo/Uganda e.V.

Infobrief Juli 2011

Liebe Freunde und Förderer des Vereins,

wie ich aus den Medien entnehme, wird über eine immense Hungersnot in Ostafrika berichtet. Das Schlimme daran ist, dass sie vorhersehbar war, aber keine wesentlichen Vorsorgemaßnahmen erfolgten! Erst wenn die Katastrophe da ist, scheint die Welt aufzurütteln und zur Unterstützung bereit zu sein. Ich empfinde das als sehr zynisch!

In der Gegend von Uganda, in der ich lebe, ist zum Glück in den letzten Monaten etwas Regen gefallen. Die Preise für Lebensmittel und Benzin sind landesweit derart in die Höhe geschossen, dass es selbst für die ein Problem ist, die das nötige Geld haben, um etwas kaufen zu können. Man muß sich fragen, wie das weitergeht. Denn wie überall bleiben die Armen auf der Strecke.

Unsere Schule leidet sehr unter dieser Situation, denn die jungen Menschen bzw. die Eltern, für die sie gebaut wurde, bringen kaum das nötige Schulgeld auf. So dürftig war es schon lange nicht mehr mit den Einnahmen. Das bedeutet natürlich, dass der Verein "Hilfe für Tororo/Uganda e.V." verstärkt helfen muß bei der Bezahlung der Lehrergehälter, der Schulspeisung sowie des nötigen Unterrichtsmaterials. Ohne diese Unterstützung könnte die Schule nicht existieren. Wir haben auch relativ wenige Schülerinnen und Schüler, verglichen zu den Vorjahren.

Was mich zur Zeit besonders bewegt, ist, dass der aktuelle Schuldirektor und sein Stellvertreter überhaupt nicht erfindungsreich und flexibel sind, was sonst in schwierigen Situationen oft die Stärke von Afrikanern ist. Sie sind hilflos, fast wie gelähmt. Ehrlich gesagt, ich kann damit gar nicht umgehen. Selbst wenn das Geld zum Bezahlen des Schulgeldes nicht da ist, aber Naturalien sind in dem einen oder anderen Fall schon vorhanden, auch Feuerholz und könnten ein Zahlungsmittel sein. Das bedeutet natürlich, mit den Eltern zu reden. Leider - wie gesagt - ich sehe davon nichts. Wir reden und reden, machen Lehrervesammlungen, aber ohne sichtbaren Erfolg. So sehen wir uns daher gezwungen, das Führungspersonal zum neuen Schuljahr wieder auszutauschen. Wir stecken jetzt schon unsere Fühler aus, um hoffentlich Leute zu finden, die unser Schulmotto -Kreativität ist göttlich (Creativity is divine) - ernst nehmen und es mit uns leben.

Aber zum Glück ist ja nicht alles nur schwierig, wie immer und überall im Leben. Ein Licht am Horizont ist die Initiative eines (neuen) Berufsschullehrers, einen Zweig für eine Ausbilung in Landwirtschaft aufzubauen. Das ist ein 2-Jahreskurs mit staatlichem Abschluß für junge Menschen, die geistig nicht in der Lage sind, einen guten mittleren Schulabschluß zu erreichen. Das Ziel ist, ihnen beizubringen, wie eine produktive und moderne Landwirtschaft aussieht, mit der sie ihren und den Unterhalt ihrer Familien einigermaßen würdig gestalten können. Den hierfür nötigen Schulgarten konnten wir ja zur Verfügung stellen. Hier wurde bereits Gemüse und Getreide angebaut und das kann im Rahmen des Unterrichts weiterentwickelt werden. Dasselbe haben wir mit einem Schneiderkurs für Mädchen begonnen. Eine Nähstube mit Nähmaschinen war bereits vorhanden.

Der Aufbau dieser Berufsschule auch in anderen Handwerksbereichen kann eine weitere Möglichkeit in eine bessere Zukunft für junge Menschen aus unseren Dörfern sein. Wir haben diesen Weg mit einigen Jungen und Mädchen begonnen und wollen zum neuen Schuljahr Anfang Febraur 2012 sehen, ob und wie es weitergehen kann. Alles ist natürlich eine Frage des Geldes.

Ein Weg zur Hilfe unserer Schule ist die übernahme weiterer Schulpatenschaften. Wir haben zur Zeit 14 Schülerinnen und Schüler in unserer Schule, die objektiv kein Schulgeld beibringen können. Es sind alles Waisenkinder. Sie besuchen unsere Schule in der zweiten und dritten Klasse, auch sind einige dabei, die demnächst den Mittleren Bildungsabschluß erreichen, aber bis jetzt nichts bezahlt haben.

Falls die Eine oder der Andere eine Unterstützungsmöglichkeit sieht, wäre ich sehr dankbar.

Und last but not least - unser Gesundheitszentrum wird als Treffpunkt für Selbsthilfegruppen und für eine landesweite Aidsorganisation genutzt. In einigen Räumen übernachten Jungen, die unsere Schule besuchen, deren täglicher Schulweg zu weit ist. Wir hoffen ja, dass wir irgendwann ein eigenes Gebäude mit übernachtungsmöglichkeiten auch für Jungen haben werden. Solange ist Improvisation die ständige Herausforderung. Die Bäckerei wird auch wieder betrieben, auf kleinem Niveau, aber immerhin. Große Dinge sind sowieso nicht möglich in dieser armen Gegend.

Dies war ein Bericht aus Uganda, der wieder länger ausgefallen ist als vorgesehen.

Wer aus dem Verteiler rausgestrichen werden möchte, teile es mir bitte mit. Ansonsten denke ich, damit den Spendern mitzuteilen, was mit ihrem Geld geschieht und in welcher Situation ich hier agiere.

So sende ich viele Grüße nach Deutschland, auch im Namen der Menschen hier und der Schulkinder, die dank Ihrer Hilfe eine Schule besuchen können. Irgendwann wird die eine oder der andere hoffentlich die Verantwortung für unsere Projekte mit uns teilen können bzw. tatkräftig zur Weiterentwicklung beitragen.

Christiane Maleika