Hilfe fuer Tororo/Uganda e.V.

Infobrief Juni 2004

Im Juni war ich wieder in Uganda und lebte in dieser Zeit im Busch bei der Familie unserer Partner vor Ort. Es war eine Herausforderung, da es dort weder fließendes Wasser noch Strom gibt. Aber mir wurde alles so gut hergerichtet, dass ich mich ausgesprochen wohl fühlte und zukünftig immer dorthin zurückkehren möchte.

Richtig gemütlich wurde es, als ich in Kampala Solarlampen kaufte und am Abend in den Räumen das Licht anging, nachdem die Sonne die Lampen tagsüber aufgeladen hatte. Da sie einfach zu handhaben sind, bereiten sie auch keine Probleme und bis auf die Beschaffungskosten ist diese Energieversorgung außerdem kostenlos. Ich möchte auch einen Solarkocher anschaffen, um Frauen und Kinder vom täglichen Holz sammeln zu entlasten und das gesundheitsschädliche Kochen im Rauch zu vermeiden. Schließlich werden die Wege zum Holz holen auch immer länger.

Ich war sehr gespannt, unsere Schule im "Echtbetrieb" zu sehen und es war sehr schön, die 51 Schülerinnen und Schüler der S 1 ( 1. Oberschulklasse) und 41 der S 2 in ihren Klassen zu besuchen. Eine erfahrene, leider aber zu wenig aktive Schuldirektorin leitet die Schule. Sie hat das Glück, einen jungen Mann zum Vertreter zu haben, der sehr fleißig ist. Die Schulleiterin habe ich auf ihr geringes Engagement angesprochen und hoffe nun, dass sie aktiver wird. In jedem Fall werde ich sie im Auge behalten. Die 8 Lehrer machten bei einem Treffen einen sehr engagierten Eindruck, obwohl ihre Gehälter selbst für dortige Verhältnisse nicht gerade üppig sind. Unser Ziel, dass sich die Schule über das Schulgeld auf Dauer selbst finanziert, wird nicht so leicht zu erreichen sein. So blieb beispielsweise der Regen in den ersten Monaten dieses Jahres aus und die Menschen hatten kein Geld für die Schule, da sie alles für das Überleben ihrer Familien benötigten. Als Verein halfen wir so weit es unsere Mittel zuließen, die Gehälter zeitnah und weitgehend vollständig zu bezahlen. Im Augenblick fehlt uns aber Geld für weitere Zahlungen. Einige Schülerinnen und Schüler waren in der Lage, die in Uganda geforderten Schuluniformen zu kaufen. In unserer Schule sind Hose bzw. Rock braun, Hemd bzw. Bluse weiß und die Krawatten weiß/ braun gestreift.

Die Schuldirektorin und der Vorsitzende des Schulbeirates riefen nach meiner Abreise eine Elternversammlung ein. Es ging darum, den Eltern eindeutig klar zu machen, dass die Schule zwar von einer deutschen NRO unterstützt wird, aber a l l e einen Beitrag zum erfolgreichen Funktionieren leisten müssen. Mit dem Schulbeirat fand auch ein Treffen statt. Dessen Engagement ist beeindruckend und gibt uns die Sicherheit, dass es genug Einheimische gibt, die den Schulbetrieb überwachen. Neben dem Lehrpersonal wurde eine Köchin eingestellt, die in einer " Küche" die Schulspeisung kocht. Das Essen ist sehr einfach, entsprechend den äußerst knappen finanziellen Mitteln, die dafür zur Verfügung stehen. Ihr steht ein Hilfskoch zur Seite, der sich auch um die Reinigung der Gebäude und des Geländes kümmert. Ein Wachmann sichert das Gelände. Er wird von einem 2. Mann gelegentlich vertreten. Eine Sekretärin ist für die Schreibarbeiten zuständig. Da sie auch mit einem PC arbeiten kann, sandten wir einen gespendeten Computer einschließlich eines Druckers nach Tororo. Dafür mieteten wir ein kleines Büro in der Stadt, da nur dort die nötige Stromversorgung gewährleistet ist. Mir ist es gelungen, den Computer zum Laufen zu bringen, nicht aber das Ausdrucken von Texten. Auch diverse " Experten" konnten nicht weiter helfen, obwohl der Drucker in Ordnung ist. Ich hoffe nun, dass sich für dieses Problem doch noch eine Lösung findet.. Interessanter weise hat sich in Sachen Computer in Tororo in der letzten Zeit viel getan. In den Büros sieht man immer öfter einen Computer, auch gibt es zwischenzeitlich Computer-Ausbildungszentren. Auf Perspektive ist die Ausbildung am Computer auch für unsere Schülerinnen und Schüler, die in der Regel zwischen 14- 16 Jahren alt sind, wichtig für ihre berufliche Zukunft. Es bietet sich die Möglichkeit, ihnen in einem der Computerzentren ab nächstem Jahr ( so weit das Geld vorhanden ist) neben dem üblichen Schulunterricht an den freien Samstagen PC-Kurse anzubieten. Das wäre eine echte Zukunftschance.

Zwei Regenwassertanks an der Schule sind installiert. Die Wasserversorgung vor allem der Krankenstation ist jedoch noch zu verbessern. Die Stromversorgung soll über Solar gewährleistet werden, ebenso das Kochen mit einem Solarkocher.

Die Krankenstation ist zwar fertig gestellt, die Möbel sind vorhanden und hoffentlich bald auch die Ausstattung mit dem vom Verteidigungsministerium kostenlos zur Verfügung gestellten Sanitätsmaterial. Wie schon angekündigt, prüfte ich Kooperationsmöglichkeiten mit dem Krankenhaus St. Anthony in Tororo. Hierzu führte ich Gespräche mit dem Erzbischof, dem das Krankenhaus untersteht sowie dem ärztlichen Leiter der medizinischen Einrichtungen des Erzbistums. Da wir aber derzeit das Hauptaugenmerk auf dem Funktionieren der Schule haben, wurden noch keine konkreten Absprachen getroffen. Wir vereinbarten jedoch, dass unsere Krankenstation zu gegebener Zeit eine Außenstation dieses Krankenhauses sein könnte, zumal unser präventiver Ansatz von großem Interesse für diese Bevölkerung ist. Das wurde auch von meinen Gesprächspartnern so gesehen. Ich hatte eigentlich die Absicht alle gesponserten Schülerinnen und Schüler zu besuchen. Das gelang mir jedoch nicht. So besuchte ich lediglich 3 Jungen, die in einem Internat in recht großer Entfernung von Tororo sind. Ich wurde von der Mutter dieser 3 Schüler begleitet, die sehr stolz über die schulischen Erfolge ihrer Söhne war. Sie sind alle an der Klassenspitze.

Auch wenn ich dieses mal 4 Wochen dort war, so waren meine Tage mit vielen organisatorischen Dingen gefüllt, die ich hier gar nicht im einzelnen schildern kann, so dass ich am Ende wieder feststellen musste, dass ich viel mehr Zeit bräuchte!

Abschließend möchte ich mich im Namen des Vorstandes sehr herzlich bei allen Spenderinnen und Spendern bedanken, die immer wieder dazu beitragen, dass unsere Projekte weitergehen können.

Ein Sonntag im Mai bei Familie Nägle, die zugunsten unserer Projekte eine "Frühlingsmusik für Afrika" organisierten, war ein wunderbarer Beitrag. Und so möchte ich mich an dieser Stelle bei den Musikern Dr. Sigrid Frank (Querflöte), Ute Bähr (Fagott), Ingeborg Berrang (Horn), Dr. Klaus Stuby (Klarinette), Anne Pollocheck (Oboe) sowie allen Gästen nochmals bedanken. Ebenso danke ich für die Spenden, die es nun ermöglich, unseren Anteil an den Transportkosten des Sanitätsmaterials zu bezahlen.

Ich gebe mir immer wieder Mühe, alles so transparent wie möglich zu machen und dafür gerade zu stehen, dass die gespendeten Gelder im Interesse der dort lebenden Menschen so gut wie möglich angelegt sind. Falls aber Fragen offen geblieben sind, bin ich gern bereit, weitere Auskunft zu geben. Ich beabsichtige auch wieder, Dias zu zeigen. Da ich aber demnächst umziehen muss, wird der Termin noch etwas dauern.