Hilfe fuer Tororo/Uganda e.V.

Infobrief Juni 2006

Im April war ich wieder in Uganda und so gibt es wieder einiges zu berichten.

Dieses Mal ging der Stress schon bei meinem Abflug los, denn die Fluggesellschaft Emirates, mit der ich immer gut und gern geflogen bin, akzeptierte mein( etwas erhöhtes!) Übergepäck entgegen früherer Großzügigkeit nicht mehr und so mußte ich einiges meiner Mitbringsel zurücklassen. Es war insofern auch ärgerlich, da wir direkt vor meinem Abflug 3 Pakete mit Kleidung und Schuhen per Luftfracht verschickten. Es wäre dort auch etwas mehr Platz gewesen. Naja, bei meiner Ankunft war alles vergessen, denn ich war sehr froh, wieder dort zu sein. Dieses Mal war es auch deshalb schön, weil alle Kinder, für die wir Schulgeld bezahlen, über die Osterferien nach Hause kamen. Die meisten zeigten mir als erstes voller Stolz ihr Zeugnis. Und die 2 Jungen, die nicht so gute Ergebnisse hatten, mußten sich eine kleine "Standpauke" anhören. Auf jeden Fall gibt es unter den Jungen und Mädchen ehrgeizige Pläne für spätere Berufsziele. Besonders beliebt war der Beruf des Arztes und Rechtsanwaltes, aber auch Priester und Nonne wurde genannt! An Ostern hatten wir Zeit zum Schreiben von Briefen an die Sponsoren, was alle voller Begeisterung taten. Auch war die Begeisterung groß, als ich ihnen Malstifte gab, um ihre Hände für eine Gruppe von Jungen und Mädchen zu malen, die hier Malunterricht haben.. Diese Kinder hatten nämlich auch ihre Hände mit Fingerfarbe gemalt und mir für Kinder dort mitgegeben. Vielleicht entwickelt sich auf Perspektive auch hier ein Austausch von jüngeren Kindern.

Wie ich im vorherigen Infobrief schrieb, sammelte ich Brillen, um nach einer Augenuntersuchung unsere Schülerinnen und Schüler mit einer Brille zu versorgen, wenn die Notwendigkeit besteht.Dieses Vorhaben konnte ich nicht realisieren, da zum Zeitpunkt meiner Ankunft erst Zwischenprüfungen am Ende des 1.Quartals geschrieben wurden und dann gab es Ferien bis 22.5.06. So mache ich es bei einem meiner späteren Aufenthalte.

Am Anfang des ersten Quartals hatten sich 52 Schülerinnen und Schüler für die erste Oberschulklasse angemeldet, für die 2.Klasse 34, die dritte Klasse 28 und die 4.Klasse 25 Schülerinnen und Schüler. Die Zahl schwankt, wenn es um das Bezahlen von Schulgeld geht.

Zum 2. Quartal ist die Zahl ähnlich, wie ich höre.Dass in der 4.Oberschulklasse nur die relativ geringe Schülerzahl von 25 Jungen und Mädchen unsere Schule besuchen, liegt nach Meinung unserer Partner vor Ort daran, dass die Schule noch nicht vollständig den Anforderungen des Erziehungsministeriums zur endgültigen Registrierung entspricht.Wir bekamen Geld für die Ausstattung einer naturwissenschaftlichen Einheit,was eine Voraussetzung ist.

Jedoch sind die Räumlichkeiten dafür noch nicht fertig. Mit dem zur Verfügung stehenden Geld wurde auf einem Grundstück gegenüber unserer Schule der Bau einer Mehrzweckhalle und der Räume für den Physik-, Chemie und Biologieunterricht begonnen.

Für das Ablegen von Abschlußprüfungen, die in Uganda überall zu derselben Zeit erfolgen, ist ein großer Raum Voraussetzung. Es ist nicht erlaubt, dass die Schülerinnen und Schüler bei Prüfungen sehr beengt in den Klassenräumen sitzen.

Wir hoffen, im Laufe des Schuljahres soviel Geld zusammen zu haben, dass wenigstens die Minimalanforderungen erfüllt werden. Dann wird die Schülerzahl sich sicher auch wieder höher, denn für die 1.Oberschulklasse meldeten sich immerhin 52 Jungen und Mädchen an. Das beweist, dass unsere Schule in dieser Gegend gut angenommen wird.

Auch die Lehrer sind von Anfang an, also seit 2004 dieselben. Wir beschäftigen jetzt statt vorher 8 jetzt 10 Lehrer, da sich auch die Klassenzahl mit dem hierfür notwendigen Unterricht erhöht hat. Leider haben wir bis jetzt noch keinen Ersatz für die Schuldirektorin gefunden, die zum Ende des letzten Jahres ausschied. Der stellvertretende Direktor managt die Schule mit Peter Omiel als Assistenten und unserem Administrator Charles Waziri.Das Hilfspersonal ist auch gleichgeblieben. Das Lehrpersonal besteht aus 10 Lehrern und einem stellvertretenden Direktor, der Englisch unterrichtet. Darüberhinaus haben ein Assistent des Direktors, ein Administrator, eine Bürokraft, eine Köchin, ein Küchenhelfer sowie 2 Wachmänner bei uns ihren Broterwerb.

Wir hatten in der Zeit meiner Anwesenheit auch eine Diskussion, wie die leider immer wieder recht dürftige Bezahlung von Schulgeld verbessert werden kann. Ich führte diesbezüglich Diskussionen mit anderen Betreibern von Schulen, die ebenfalls von Jungen und Mädchen der armen Landbevölkerung besucht werden. Als Vorschläge kristallisierte sich heraus, dass es die Möglichkeit gibt, Schulgeld z.B.mit Naturalien oder Mitarbeit beim Schulerweiterungsbau zu bezahlen. Es soll ja das Ziel sein, dass sich diese Schule in absehbarer Zeit weitgehend auf eigene Beine stellen kann.

Ein wesentlicher Bestandteil meiner Aktivitäten war auch die Frage der Frauenförderung. Wir hatten im Jahr 2005 zwar einen Antrag auf Zuschuss beim BMZ über Bengo gestellt. Doch nachdem ich bei Bengo in Bonn war und die Diskussion dort führte, wie die Frauenprojekte möglichst effizient sein können, stellten wir diesen Antrag zurück. Wir hatten innerhalb des Vorstandes häufige und teils auch heftige Debatten, wie wir weitermachen. So kam ich mit einem Vorschlag zurück, dass sich Frauen zum einen mit einer Nähstube mit 4 Nähmaschinen und Näharbeiten eine Existenz aufbauen, zum anderen mit einer Bäckerei und dem Backen von Brot und Brötchen, die in den Dörfern in Kidera verkauft werden. Das gibt es in dieser Gegend noch nicht. Auch soll das Anbauen, Ernten und Verkaufen von Obst und Gemüse ein Beitrag einer Erwerbsquelle für Frauen sein, ebenso wie das Kochen und Verkaufen von Kleingerichten aus den angebauten Produkten.

In den Buschdörfern haben sich 5 Gruppen von jeweils 10 Frauen zu einem Verein mit Satzung und Vorstand zusammengefunden, die einen sehr engagierten Eindruck bei mir hinterließen. So erarbeiten wir einen neuen Antrag und hoffen mit einem Projektbeginn ab 1.1.2007.

Unsere Teilnahme am Katholikentag gemeinsam mit dem Arbeitskreis "Eine Welt" von der Pfarrei Maria Königin, Saarbrücken, war sehr erfolgreich mit vielen interessanten und anregenden Gesprächen aber auch wegen der Spendenbereitschaft der Menschen.

Für den Büchermarkt, den wir wieder seit 2 Samstagen bei derzeit gutem Wetter begonnen haben, sind gut erhaltene Taschenbücher und CD-s willkommen. Auch wenn es etwas anstrengend ist, am freien Samstag Bücher gegen eine Spende abzugeben, macht es doch auch viel Spass und hat sich bis jetzt gelohnt.