Hilfe fuer Tororo/Uganda e.V.

Weihnachtsgrüße aus Tororo/Uganda (8.12.2010)

Liebe Freunde und Förderer des Vereins,
sehr geehrte Damen und Herren

die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel nehme ich wieder zum Anlass, Grüße aus Uganda zu senden, wo ich seit Oktober bin.

Ich bedanke mich bei Allen für jegliche Unterstützung, die unseren Projekten in diesem Jahr zugute kam. Ich bin sehr froh und dankbar, dass Menschen hier in meiner Umgebung durch diese Hilfe einen gewissen Anteil an unserem Wohlergehen haben können.

Wie ich immer wieder berichtet habe, sind die klimatischen Bedingungen mittlerweile oft sehr ungünstig, vor allem für die Landwirtschaft.Nachdem es aufhörte, täglich zu regnen, wurde es seit Mitte November sehr heiß und trocken. Das bedeutete Staub in allen Poren und überall. Zum Glück machte ein Gewitter mit viel Regen der außerordentlichen Hitze heute ein Ende, zumindest vorübergehend. Für die Menschen, die von der Landwirtschaft leben, ist das keine einfache Situation.

Am 3.12.2010 endete das Schuljahr. Ein Fest mit Beiträgen von Lehrern und Schülern, ein gemeinsames Mittagessen und die Zeugnisvergabe waren ein würdiger Abschluß und ein vielversprechendes Zeichen des gelungenen Neuanfangs. Ich war sehr zufrieden mit der konstruktiven Atmosphäre. Bis 31.1.2011 sind Ferien. Da am 18.2.2011 die Präsidenten- und Abgeordnetenwahlen in Uganda stattfinden und die Sicherheitslage im Umfeld dieser Zeit ungewiß ist, bleibt abzuwarten, ob dieser Ternmin eingehalten wird. Der jetzige Präsident Museveni kandidiert zum 4. Mal und hat mehrere Gegenkandidaten. Es wird immer wieder versucht, die Menschen auf einen friedlichen Ablauf einzuschwören, aber die Stimmung kann aufgrund einer gewissen Unzufriedenheit mit der jetzigen Regierung schnell kippen. Die Kandidaten der Oppositionsparteien machen in dieser Situation natürlich viele Versprechungen!

Der Wechsel im Führungsteam unserer Schule in diesem Jahr brachte einige Unsicherheiten mit sich und die Schülerzahl war nicht so groß wie in den Vorjahren. Das bedeutete, dass der Verein die Schule verstärkt unterstützen mußte, vor allem, um die Lehrergehälter und die Schulspeisung bezahlen zu können. Es war jedoch aus meiner Sicht ein richtiger Schritt. Wir hoffen, im nächsten Schuljahr wieder eine größere Schülerzahl registieren zu können, zumal sich zwischenzeitlich herumgesprochen hat, dass wir das beste Schullabor weit und breit haben. Auch haben wir mittlerweile Licht dank Solarstrom. Das ist schon eine tolle Sache in einer Gegend, in der kaum jemand elektrischen Strom hat. Wir haben eine Firma in der Nähe gefunden, die das sehr professionell installierte. Nun können Schülerinnen und Schüler auch abends lernen bzw. lesen.

Ein angegliederter Schulgarten befindet sich in der Entstehung. Dadurch ist hoffentlich bald eine Verbesserung der Ernährungslage unserer Schülerinnen und Schüler und des Lehrpersonals möglich. Aktuell wird ein Zaun gebaut, damit die überall grasenden Kühe und Ziegen nicht gleich wieder alles wegfressen.

Unser Beratungs- und Frauenzentrum mit Nähstube wird verstärkt angenommen, allerdings nur am Nachmittag. Erst da ist Zeit, um sich um anderes als die Feld- und Hausarbeit zu kümmern. An diesen Ablauf mußte ich mich auch erst gewöhnen.

Die angegliederte Bäckerei ist derzeit nicht in Betrieb. Der Bäcker lief mit Einnahmen weg. Damit ist leider immer wieder zu rechnen. So bin ich auf der Suche nach einer verläßlicheren Lösung und warte vor weiteren Investitionen ab.

Der Wasserbrunnen in unserem Beratungszentrum versorgt die Menschen mittlerweile besser mit Wasser. Es wurden Rohre ausgetauscht und zugesagt, in der Trockenzeit im Januar nochmals eine weitere Verbesserung zu versuchen. Die Latrinen werden benützt, aber mit der Reinigung ist das so eine Sache. Hier ist Verbesserungsbedarf. Es wird immer mal wieder diskutiert, wie das zu erreichen ist.

Zum Schluß möchte ich über die gesponserten Schülerinnen und Schüler berichten: Ein Mädchen und ein Junge haben das Abitur gemacht, die Ergebnisse werden im März nächsten Jahres landesweit bekannt gegeben. Sie meinen,es war gut. Wir sind alle mit Stolz erfüllt. Zwei Mädchen und ein Junge haben die Mittlere Reife absolviert, auch diese Ergebnisse werden erst Anfang des nächsten Jahres verkündet. Zwei Mädchen haben die Grundschulzeit beendet und werden im nächsten Jahr die Oberschule besuchen. Alle Jungen und Mädchen, für die eine Schulpatenschaft besteht, haben gute Zeugnisse gebracht, groß und klein. Das macht mich sehr froh und ich sehe jedes Jahr eine gute Entwicklung.
Während der Ferien sind sie stark in die Feldarbeit eingespannt sowie mit Wasserholen, Kochen und sonstigen familiären Aktivitäten. Jungen und Mädchen der jeweiligen Altersstufen in unserer Welt können sich das sicher nicht vorstellen - morgens bei Sonnenaufgang aufstehen, ohne Frühstück auf das Feld oder an die Wasserquelle gehen und erst zurückommen, wenn die Sonne schon anfängt zu brennen - erst dann gibt es etwas zu Essen!

Ich suchen noch Schulpaten für ein Mädchen, das aus einem noch tieferen Buschdorf bei uns angekommen ist. Sie ist 12 Jahre alt, Halbwaise und hat in ihrer bisherigen Dorfschule nicht viel gelernt und mußte nach einem Test in einer seriösen Schule von der bisherigen 5. Klasse in die 2. Grundschulklasse zurückgestuft werden. Das ist das Problem im Land - die staatlichen Grundschulen sind zwar grundsätzlich kostenfrei, aber die Qualität der Schulbildung ist sehr schlecht. Die Klassen sind mit 80-100 Schülern total überfüllt und die Lehrer nicht motiviert, da ihre Gehälter oft monatelang auf sich warten lassen. Auch für einen achtjährigen Jungen suche ich einen Sponsor. Das Elternhaus ist zwar besser, doch da sie für unsere Projekte gut arbeiten, möchte ich ihnen eine finanzielle Motivationshilfe geben.

Ich würde mich sehr freuen, wenn die gute Unterstützung auch im nächsten Jahr unsere Projekte begleitet, denn es gibt immer noch sehr viel zu tun.

Ich wünsche Allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes und gesundes Jahr 2011.

Herzliche Grüße aus Uganda,
Christiane Maleika