Hilfe fuer Tororo/Uganda e.V.

News von "Hilfe für Tororo/Uganda e.V."

Liebe Freundinnen und Freunde,

sehr geehrte Damen und Herren,                                                                               April 2017

nach meiner Rückkehr aus Uganda gibt es wie immer einiges zu berichten, deshalb möchte ich gleich mit den erfreulichsten Aspekten in der Entwicklung unserer Projekte in Tororo beginnen.          

Das Jahr fing für unsere „Masimiliano Ochwo Omiel Memorial Secondary School“ gut an, denn Mitte Januar wurden, wie alljährlich, die Ergebnisse der landesweiten Prüfungen der Mittleren Reife in den Tageszeitungen des Landes veröffentlicht. Wir konnten zu unserer großen Freude lesen, dass unsere Schule an 4.Stelle der 20 besten Schulen im Bezirk Tororo aufgeführt wurde. Als noch relativ „neue Schule“ und hinter 3 „alteingesessenen“ Schulen ist das ein tolles Ergebnis. Es traten 21 Jungen und 22 Mädchen zur Prüfung im Oktober/November 2016 an. Sechs von ihnen schlossen mit der Note „sehr gut“ ab-fünf Jungen und ein Mädchen, vier bekamen die Note „gut“, zehn die Note „befriedigend“.

Besonders hervorheben möchte ich Cyrus Wamahuyu, der die Prüfungen als Bester abgeschlossen hat. Er kam mit einem sehr guten Grundschulabschluss in unsere Oberschule und wurde seitdem mit einem Stipendium von unserem Verein gefördert. Er stammt aus einer sehr armen Kleinbauernfamilie. Cyrus ist jetzt 17 Jahre alt. Er bekam durch Vermittlung unseres Schulleiters, Mr. Owor Jag Adrian, ein Stipendium in einer der Oberschulen in Tororo, wo er in 2 Jahren das Abitur machen kann. Sein Berufswunsch ist Chirurg.

Das gute Abschneiden unserer Schule nahmen wir zum Anlass, ein Schulfest am 25.3.2017 zu organisieren. Unser Ehrengast war wieder die Staatsministerin für Gesundheit, Sarah Achieng Opendi, wie bereits bei der 10- Jahresfeier im März 2015. Sie kam in Begleitung von weiteren lokalen Honorationen von Tororo. Cyrus bekam von ihr eine finanzielle Anerkennung, ebenso wie Victoria Achieng, das Mädchen, das ebenfalls die Note „sehr gut“ bekam. Ihr Berufswunsch ist Krankenschwester. Sie hat diesen Plan bereits an einem medizinischen Institut in Fort Portal, einem Ort im Westen des Landes, begonnen zu verwirklichen. Victoria, 18 Jahre alt, war eine Tagesschülerin und hatte bei allen Witterungsbedingungen jeden Morgen und jeden Abend einen relativ langen Schulweg von ca. 45 Minuten. Bei dem Schulfest erhielten alle 6 Schüler, die mit „sehr gut“ abgeschlossen haben, als Geschenk von unserer Schule einen Rucksack.

Das Schulfest fand auch statt, um die neuen Gebäude – das 2016 fertiggestellte Verwaltungsgebäude und das gerade erbaute Schlafhaus für Jungen- einzuweihen.

So war dies für mich ein schöner Abschluss nach meinem 4-monatigen Aufenthalt in Tororo.

Ein leider unerfreulicher Aspekt meiner Zeit in Tororo war, wie ich bereits in meinem Newsletter vom Dezember 2016, berichtete, die Tatsache, dass die Ernte des letzten Jahres weitgehend schlecht war und ich überall Hungerkrisen bei Mensch und Tier beobachten konnte. Die Menschen setzen ihre ganze Hoffnung auf die neue Ernte dieses Jahres. Nach einer längeren Hitzeperiode fiel der Regen zur erwarteten Zeit, das Aussäen und die Getreidepflanzen begannen zu sprießen. Leider stoppte der Regen mancherorts wieder für eine Zeit, so dass das Saatgut vertrocknete, als es nicht erneut rechtzeitig regnete. In manchen Gegenden ist daher eine erneute Missernte vorprogrammiert. Und Bewässerungsanlagen kann sich ein Kleinbauer leider nicht leisten. Hinzu kommt, dass die Ackerböden zunehmend ausgelaugt sind und sich ein sog. Heerwurm (armyworm) immer weiter ausbreitet. Das ist dramatisch, denn er hat eine besondere Vorliebe für Maispflanzen, woraus die Menschen ihre wesentliche Nahrungsgrundlage, den Maisbrei, zubereiten.

Die schlechte Ernte der letzten Saison mit der Folge der weiter steigenden Nahrungsmittelkosten hat natürlich auch Auswirkungen auf unsere Schule bzw. die Schulspeisung für unsere Schülerinnen und Schüler. Die regelmäßige Versorgung mit Maisbrei und Bohnen ist Bestandteil eines ohnehin geringen Schulgeldes. Hinzu kommt seit Beginn dieses Schuljahres die Notwendigkeit des Kaufs einer größeren Menge an Nahrungsmitteln, da 206 Schüler, davon 114 Mädchen und 92 Jungen, jetzt unsere Schule besuchen. Verglichen mit 165 im letzten Trimester 2016 ist dies ein Anstieg von 41 Schülern.  

Erfreulicherweise konnten die dadurch auch vermehrt notwendigen Schlafplätze für Jungen durch die rechtzeitige Fertigstellung des Schlafhauses und für die Mädchen durch die Umwandlung eines freien Raumes aus dem ursprünglichen Verwaltungsgebäude ausgeglichen werden.

Abschließend möchte ich zum Ausdruck bringen, dass es immer wieder erfreulich und ermutigend ist zu sehen, dass die Unterstützung, die wir als Verein gerade für unsere Schule leisten, ein guter Beitrag zur Förderung von jungen Menschen ist, auch wenn die Finanzierung nach wie vor eine erhebliche Herausforderung darstellt. Aktuell steht die Sicherstellung der täglichen Schulspeisung im Vordergrund, aber auch der Kauf von Schulbüchern- und Materialien für unsere Schüler, die, wie bekannt, aus armen Familienverhältnissen kommen. Auch wenn wir aufzeigen konnten, dass mit viel Fleiß und Ernsthaftigkeit ein sehr gutes Ergebnis erzielt werden kann, so ist es für uns natürlich wünschenswert, den Kreis der Schüler mit guten Noten auszuweiten.   

Ihre/Eure Hilfe ist dabei wie immer maßgeblich und ich bedanke mich sehr für jeden Beitrag, der den Menschen vor Ort direkt zugutekommt.

Mit vielen Grüßen

Gez. Dr. Christiane Maleika

www.help-tororo.org