Hilfe fuer Tororo/Uganda e.V.

Newsletter 29. Mai 2019

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freundinnen und Freunde,

seit kurzem bin ich nach einem 6-monatigen Aufenthalt in Uganda wieder zurück in Saarbrücken und berichte über unsere Projekte, so wie ich es von Januar bis Mai 2019 erlebt habe. Im Wesentlichen geht es um unsere „Masimiliano Ochwo Omiel Memorial Secondary School“. Als am Anfang des Jahres 2019 wie in all den Jahren über die Ergebnisse der Prüfungen der „Mittleren Reife“ von 2018 landesweit berichtet wurde, waren wir sehr enttäuscht, da unsere Schule nicht gut abgeschnitten hat. Der Schulleiter und die Lehrer sahen insbesondere den Grund in der mangelnden Disziplin der Schülerinnen und Schüler dieser Abschlussklasse.

Vor allem die Mädchen waren mit dem Phänomen beschäftigt, dass einige von ihnen von „Dämonen“ heimgesucht wurden.

Für die Lehrer stellte es sich sehr dramatisch dar und so nahmen Sie sogar ärztliche Hilfe in Anspruch, die allerdings nichts Wesentliches ergab. Aber die Unruhe bei allen Beteiligten war sehr groß und lenkte bei der Prüfungsvorbereitung ab. Das klingt für uns sehr unglaublich. Aber nachdem ich einen diese „Anfälle“ selbst erlebt habe, konnte ich die Dramatik und eine gewisse Hilflosigkeit nachvollziehen. Wenngleich die Lehrer diese Phänomene besser als ich kennen, sind aber auch sie überfordert.

Diese Erfahrung brachte uns dazu, zum Schuljahresanfang einen Sozialpsychologen, Francis Peter, einzustellen. Seine Aufgabe sehen wir vor allem darin, die jungen Menschen, die oft genug aus sehr schwierigen Lebensumständen kommen, beratend in ihrer schulischen und persönlichen Entwicklung zu begleiten. Daneben hat er einen Schulchor aufgebaut und gibt Kunstunterricht in ihrer Freizeit, vor allem an den Wochenenden.

In den letzten Jahren nahm die Bedeutung des Unterrichts in naturwissenschaftlichen Fächern zu, aber es mangelt noch an gut ausgebildeten Lehrern. Es gelang uns jedoch, eine Lehrerin für Mathematik und Physik-Susan-, sowie einen Lehrer für Mathematik und Informatik-George-einzustellen. Susan machte ihren Studienabschluss an einer Universität in Kampala und wir versprechen uns einen Zuwachs an Fachwissen. Das Fach Informatik rückt auch immer mehr in den Vordergrund. Da unsere Schule über Computer verfügt, sind wir mit dem neuen Lehrer George gut aufgestellt. Seit kurzem fungiert er auch gleichzeitig als Stellvertretender Schulleiter. Daneben hat er ein Fußballteam aufgebaut, das an Wettbewerben zwischen den Schulen teilnimmt. So kamen die Fußballtrikots, die wir von dem Sporthaus Glaab, Marpingen, gesponsert bekamen, äußerst gut an.

Dieser Personalzuwachs stellte uns aber auch vor eine neue Herausforderung, nämlich deren räumliche Unterbringung, da zwischenzeitlich Lehrerinnen und Lehrer aus einer weiter entfernten Gegend stammen. Wir müssen derzeit mit Räumen in unserem „Masimiliano Center“, in dem Haus, das als Gesundheitserziehungszentrum geplant war sowie in dem ehemaligen Verwaltungsgebäude improvisieren, in der Hoffnung absehbar ein Haus für Lehrer bauen zu können.

Eine weitere Neuerung wurde vom ugandischen Erziehungsministerium eingeführt. Es hat ein Computerprogramm, sog. „School Pay“, aufgebaut und für alle Schulen verpflichtend gemacht. Damit wird die Schülerzahl, Schulaktivitäten, Verantwortlichkeiten aber vor allem die Geldflüsse einer Schule auf dem jeweiligen Bankkonto überwacht. Das ermöglicht der Schulverwaltung, die Bezahlung von dem obligatorischen Schulgeld besser zu überwachen und mahnen zu können, wenn es nicht eingeht. Bis vor kurzem wurde das Schulgeld bar in der Schule bezahlt, was natürlich Fallstricke haben kann und nicht mehr erlaubt ist. Da es mittlerweile in Uganda üblich ist, mit dem Handy neben dem Telefonieren Geld zu erhalten oder zu überweisen, wird das sog. Mobile Money“ zunehmend in Anspruch genommen. Es gibt zwischenzeitlich auch für Dorfbewohner, die kein Handy haben, Geschäftsstellen, die dies gegen ein geringes Entgelt für sie erledigen.

Abschließend muss ich berichten, dass wir Schwierigkeiten mit unserem langjährigen Bauherrn hatten, der mit dem Bau des Schlafhauses für Mädchen beauftragt war.

Er übernahm nicht abgesprochen einen anderen Bau, obwohl das Baumaterial und ein großer Teil des Arbeitslohnes bereits bezahlt war. Das war sehr unerfreulich, da es die Fertigstellung verzögerte. In der Zwischenzeit ist das Gebäude aber fertig, wie zu sehen ist. Allerdings ist es noch nicht verputzt.

Ein überdachter Essplatz für unsere aktuell 260 Schülerinnen und Schüler konnte mittlerweile in Betrieb genommen werden. Das bedeutet, dass sie witterungsgeschützt ihre Mahlzeiten einnehmen können.

Das sind die wesentlichen Entwicklungen einer ereignisreichen Zeit, die zwar voller Herausforderungen war, aber wichtige Weichen für die Zukunft gestellt hat.

Abschließend möchte ich mich wie immer bei allen Freundinnen und Freunden des Vereins für ihre Unterstützung bedanken, ohne die wir die Weiterentwicklung unserer Schule nicht realisieren könnten.

Mit vielen Grüßen

Gez. Dr. Christiane Maleika 27.5.2019

Weitere Informationen sind auf unserer webseite www.help-tororo.org nachzulesen.