Hilfe fuer Tororo/Uganda e.V.

Uganda-COVID-19

 

Liebe Freundinnen und Freunde des Vereins,                                                         23.3.2020

als ich kürzlich aus Uganda zurückkam, und ich noch nicht viel über Corona wusste, dachte ich erst, dass ich besser dortgeblieben wäre, vor allem, weil es hier so kalt war. Aber mit all den Informationen, die ich seitdem habe, bin ich aus diversen Gründen sehr froh, in Deutschland zu sein. Und an dieser Stelle kann ich uns Allen nur wünschen, dass wir mit dieser aktuellen Situation gut klarkommen und möglichst gesund bleiben.

Zwischenzeitlich hat die Corona Krise auch Uganda erreicht, allerdings besteht doch eine andere Ausgangslage. Über vieles habe ich in früheren Newslettern bereits geschrieben. Die Probleme, wie z.B. die vor kurzem aufgetretene Heuschreckenplage und deren fatale Folgen auf das Leben der Kleinbauern sowie andere Erkrankungen wie Ebola, HIV, TB, Malaria, gehören dazu. Von Vorteil ist, dass Uganda bereits langjährige Erfahrungen im Umgang mit Epidemien hat, wie auch mit den Ausbrüchen des deutlich aggressiveren Ebola Virus mit einer deutlich höheren Todesrate. Diese neue Atemwegserkrankung COVID-19 würde aber bei einer weitreichenden Ausbreitung das ohnehin unzulängliche Gesundheitssystem noch mehr überfordern. Deshalb verhängte die Gesundheitsministerin schon am 7.3.20 Einreisebeschränkungen aus Deutschland und vielen anderen Ländern, wie die deutsche Botschaft in Kampala seine Landsleute informierte. Sie veröffentlicht übrigens seitdem mit regelmäßigen Infos, die sehr hilfreich sind. Auch die einheimischen Medien informieren über Corona sehr gut, wie in der Ansprache des Präsidenten des Landes, Yoweri Museveni am 18.3. 2020. Hier machte er die Leitlinien über den Umgang mit COVID-19 und den damit verbundenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens bekannt. Dazu gehört auch die Schließung der Schulen und Universitäten ab Freitag, d. 20.3.20. So mussten alle Schülerinnen und Schüler, die landesweit in Internaten untergebracht waren, umgehend nach Hause fahren. Auch Besuche der Kirchen, Moscheen, Märkte, wurden untersagt ebenso wie die traditionell stark besuchten Beerdigungen und andere Familienfeiern. Mittlerweile wurde auch der reguläre Passagierflugverkehr am internationalen Flughafen Entebbe eingestellt. Auch die Ein- und Ausreise an den Landesgrenzen ist nicht mehr möglich. Das ist für den Bezirk Tororo von großer Bedeutung, da die Grenze nach Kenya nur wenige Kilometer entfernt ist. Immer wieder versuchen Menschen über ein Nachbarland mit dem Flugzeug einzureisen, das noch keine Beschränkungen verordnet hat, um dann auf dem Landweg nach Uganda einzureisen. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass Uganda enge wirtschaftliche Kontakte mit China hat. Es gibt viele chinesische Großprojekte und dementsprechend leben relativ viele Chinesen im Land.

Und natürlich mussten auch Schülerinnen und Schüler unserer „Masimiliano Ochwo Omiel Memorial Secondary School“ ebenso wie die, für die Schulpatenschaften bestehen, nach Hause fahren. Unsere Schule hat ein Transportmittel vor allem für die, die aus dem Norden des Landes unsere Schule besuchen,organisiert. Es sind zwischenzeitlich 50 Mädchen und Jungen, die normalerweise während des gesamten Schuljahres in unserem Internat bleiben, auch während der Ferien. Aber das ist nun nicht mehr erlaubt. Und niemand weiß ja, für wie lange die Anordnung gilt und wie sich diese Unterbrechung des Unterrichts des erst im Februar begonnenen Schuljahres auswirken wird.

Was mich auch beschäftigt, ist die Frage- wird die Landbevölkerung all diese vom Präsidenten gemeinsam mit seiner Gesundheitsministerin beschlossenen Maßnahmen akzeptieren und beachten? Selbst wenn die örtlichen Radiosender immer wieder über Corona berichten, habe ich Zweifel. Zusammenkünfte von mehreren Menschen, vor allem von Männern, die ihr einheimisches Getränk aus einem Krug mit einem speziellen Halm gemeinsam mit anderen trinken sowie Zusammenkünfte der Dorfbewohner z.B. am Brunnen beim Wasserholen oder bei Gruppenaktivitäten gehören zu ihrem Alltag.

So können wir nur hoffen, dass die Menschen weitgehend von dieser Pandemie verschont werden!

In diesem Sinn sende ich herzliche Grüße

Gez. Christiane Maleika

 

 

 



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