Hilfe fuer Tororo/Uganda e.V.

Weihnachten 2015

Sehr geehrte Damen und Herren,

Liebe Freundinnen und Freunde,

 

zum bevorstehenden Weihnachtsfest und Jahreswechsel sende ich herzliche Grüße aus Tororo/Uganda. Auch meine Partner vor Ort, insbesondere Fr. Robert und der Schuldirektor, Mr. Jag Owor und sein Team schließen sich an.

Seit Anfang November bin ich wieder hier. Zu diesem Zeitpunkt liefen die letzten Jahresabschlussprüfungen, auch die Prüfungen der Mittleren Reife und das Abitur.

In unserer Schule, der „Masimiliano Ochwo Omiel Memorial Secondary School“, absolvierten 37 Jungen und Mädchen die Mittlere Reife. Die Ergebnisse werden wie alljährlich im Januar veröffentlicht.

Insgesamt besuchten 202 Schülerinnen und Schüler unsere Schule in den 4 Oberschulklassen.

Nun sind alle Jungen und Mädchen über die Feiertage zu Hause. So auch hier in meinem Umfeld. Viele kamen mit einem guten Zeugnis nach Hause, einige waren nicht sehr erfreulich. Hier müssen vor allem seitens der Familien aber auch von mir die Gründe eruiert werden. Allen Sponsoren werde ich nach meiner Rückkehr im Februar die Zeugnisse zukommen lassen.

Zwischenzeitlich ist der Papstbesuch in Uganda vorbei. Überall im Land war die Aufregung und Freude groß. Ich konnte den Besuch im Fernsehen verfolgen und muss sagen, der Papstbesuch bewegte auch mich. Vor allem fand ich es gut, dass er ein Treffen mit jungen Leuten in Kampala hatte. Uganda ist ein Land mit vielen Kindern und jungen Menschen. Manchmal frage ich mich, wie ihre Zukunft aussehen wird. Die Jugendarbeitslosigkeit ist sehr groß, vor allem in den ländlichen Gegenden. Das ist ein Problem für das Land, da auch hier das Fernsehen und Internet oft genug zugänglich sind. Die jungen Leute sind außergewöhnlich wissbegierig und interessieren sich sehr für die Welt. Das weckt natürlich den Traum, auch an unserem „Reichtum“ teilzuhaben. Man kann es ihnen nicht verdenken. Zum Glück ist die Bindung an das Land und die Familie doch so stark, dass die Meisten lieber hier bleiben.

Uganda hat übrigens immer wieder - für das kleine und sehr arme Land- verhältnismäßig viele Flüchtlinge aufgenommen, vor allem aus Ost Kongo, Sudan/Süd-Sudan und Somalia. Davon hört man in unseren Medien nicht viel. Sie leben in den benachbarten Regionen, aus dem Sudan/Süd-Sudan im Norden von Uganda, aus Ost-Kongo im Westen des Landes. Somalis leben über das Land verteilt. Sie haben ein modernes Tankstellennetz, oft mit Supermarkt und Schnellrestaurant aufgebaut, das wir gern auf dem Weg z.B. nach Kampala nutzen. Das Benzin kommt per Schiff über den Hafen von Mombasa/Kenya und dann mit Tanklastwägen nach Uganda. Inwieweit die Somalis Flüchtlinge oder Geschäftsleute sind, die einen Markt gefunden haben, kann ich nicht beurteilen.

Nun wieder zu meinen Gegebenheiten vor Ort. Als ich ankam, waren alle froh, vor allem unser Schulpersonal. Zum Ende eines Schuljahres ist es in vielen Schulen ein Problem, die nötigen Gehälter zu bezahlen. Die Schulgelder reichen oft genug nicht aus, um die regelmäßige Bezahlung vorzunehmen. So auch in unserer Schule. Wir müssen immer wieder Zuschüsse aus Spenden beisteuern, auch um die regelmäßige Schulspeisung zu gewährleisten. Die Klimaveränderungen, die derzeit ja auf hoher Ebene in Paris diskutiert werden, haben konkrete Auswirkungen auf die ohnehin schon arme Landbevölkerung. Die Ernten sind oft genug durch entweder zu viel Regen oder zu lange Trockenheit nicht ausreichend, um die Menschen zu ernähren. Da bleibt nicht das Geld, um auch noch das Schulgeld für all die Kinder zu bezahlen, die so gern in die Schule gehen.

Abschließend habe ich einen Wunsch zu Weihnachten. Ich habe hier eine Familie, die mir sehr am Herzen liegt. Einige kennen die Kinder - Susan, John, Stephen, Christopher und Dorcus, der Jüngste, 5 Jahre alt. Sie leben in einem baufälligen, nur mit Lehm gebauten Haus. Es wird bald einstürzen bei einem der immer wieder auftretenden Unwetter. Leider ist der Vater ein fürchterlicher Trinker, der alles verkauft, was nicht niet- und nagelfest ist. Er ist aidskrank, hat aber zwischenzeitlich 3 Frauen. Die Mutter der Kinder wurde auch angesteckt und nimmt Aidsmedikamente. Alles, was sie an Getreide anbaut, verkauft er. Es wird ständig schlimmer mit ihm. Gerade höre ich, dass er sich nach Kampala abgesetzt hat, da er von der Polizei wegen seiner ständigen Streitereien im Suff mit den Nachbarn angezeigt wurde. So kommen die Kinder immer wieder zu mir, wenn mal wieder nichts zu essen zu Hause ist.

Ich würde dieses Haus baulich gern verstärken und wäre unendlich dankbar, wenn Sie/Ihr mir dabei helfen könntet, damit die Kinder wenigstens in einem einigermaßen festem Haus leben können, ohne Angst haben zu müssen, dass es über ihnen zusammenbricht.

Am Ende dieses Jahres bedanke ich mich im Namen all der Menschen, die durch Sie/Euch Unterstützung fanden und finden, sehr herzlich.

Ich wünsche frohe Feiertage und alles Gute zum Neuen Jahr.

Gez. Christiane Maleika