Hilfe fuer Tororo/Uganda e.V.

Weihnachten 2018

Liebe Freundinnen und Freunde,

Seit Mitte Oktober bin ich wieder in Uganda und sende zu den bevorstehenden Weihnachtsfeiertagen herzliche Grüße.

Wie immer habe ich wieder einiges zu unseren Projekten zu berichten:

Anfang 2018 besuchten 272 Jungen und Mädchen unsere „Masimiliano Ochwo Omiel Memorial Secondary School“, zum Ende des Schuljahres waren es dann nur noch 250. Die Schwankungen in der Schülerzahl resultieren meistens aufgrund finanzieller Probleme in den hier sehr armen Familien.

Mitte Oktober begannen die staatlichen Prüfungen der Mittleren Reife für 45 Schüler, davon 28 Mädchen und 17 Jungen und dauerten bis Anfang November. Das Ergebnis wird wie immer im Januar/Februar des nächsten Jahres veröffentlicht. Besonders habe ich mich gefreut, dass so viele Mädchen die Prüfung absolvierten. Die Bildung von Mädchen steht für viele Familien in dieser ländlichen Gegend leider noch immer nicht im Vordergrund.

In der Woche vor Ende des Schuljahres kam ein Inspektor des ugandischen Erziehungsministeriums, um die Schule zu bewerten. Grundsätzlich war er zufrieden, hatte aber einen nachvollziehbaren Kritikpunk. Unsere Fenster in dem Mädchen -und Jungeninternat sind leider für den Notfall nicht als Ausgang zu benutzen, da sie aus Sicherheitsgründen vergittert sind. Kurz zuvor kam es in einem Internat einer Schule im Westen des Landes zu einem Brand, bei dem 11 junge Menschen starben. So war der Schwerpunkt der Inspektion auf die Notausgänge gelegt. Das bedeutet für uns, dass wir die Fenster unseres Jungen- und Mädchenschlafhauses so umrüsten müssen, dass sie im Notfall außer den Türen als Fluchtweg dienen. Die Auflage ist, bis zum Beginn des nächsten Schuljahres Anfang Februar 2019 diese speziellen Fenster einzubauen. Das sind Kosten, die in unserem Budget nicht vorgesehen waren. Mit verfügbaren Spendengeldern werden wir das aber erledigen müssen.

Aufgrund der gestiegenen Zahl an Mädchen von 98 im Schuljahr 2017 auf 145 in diesem Jahr, die unser Internat besuchen, benötigen wir ein neues Schlafhaus für sie. Es ist am Entstehen und wird in der nächsten Woche bis auf die Fenster fertig gestellt sein.

Die Versorgung der Schulräume mit Solarlicht und die Straßenbeleuchtungen in der Umgebung der Schule ist ebenfalls erfolgt. Für den Betrieb unserer Computer musste allerdings ein Strommast errichtet sowie elektrische Stromleitungen im Verwaltungsgebäude und dem Unterrichtsraum für IT- Unterricht verlegt werden. Schreibarbeiten und die Buchführung können seit Anfang dieses Schuljahres mit dem Computer gemacht werden. Eine alleinerziehende junge Frau, Rebeca, wurde in Computerkursen geschult und arbeitet jetzt als Schulsekretärin, auch unser Buchhalter Marcelus benutzt den Computer mit entsprechenden Programmen.

Wie schon früher berichtet, haben die Klimaveränderungen große Auswirkungen auf das Leben der Menschen hier. Nach meiner Ankunft regnete es sehr viel und stark, mit heftigsten Stürmen. Das führte dazu, dass Strommasten umfielen und wir 4 Tage keinen elektrischen Strom hatten. Zum Glück hatte ich von Anfang an auf Solarstrom gesetzt und wir waren weder in der Schule noch hier bei mir zu Hause völlig im Dunklen, wie die meisten anderen Menschen in der Umgebung.

Kurz darauf hatten wir einen Ausfall der nationalen Wasserversorgung. Das war schon einschneidender, denn 3 Tage ohne Wasser aus dem Wasserhahn war besonders für mich sehr unangenehm. Hier war einer der Gründe, dass die Wassertanks gereinigt wurden. Das ist wegen der Gefahr der Verschmutzung mit Keinem nicht schlecht, aber für mich eben doch sehr ungewohnt.

Zum Schluss möchte ich über eine junge Frau, Doreen, berichten. Sie hat gerade ihr Studium der Buchhaltung mit einer feierlichen Abschlussveranstaltung ihrer Universität in Kampala beendet. Seit ihrer Grundschulzeit wurde sie mit einer Patenschaft gesponsert. Ihre älteren Geschwister, die ebenfalls auch alle mit Schulpatenschaften unterstützt wurden, arbeiten mittlerweile. Wafula ist Lehrer unserer Schule, Oliver Mary arbeitet als Krankenschwester in einem der besten Krankenhäuser von Kampala, Emily hat Städteplanung studiert und fand einen Job bei der Stadtverwaltung eines Ortes an der kenyanischen Grenze. Ihr Zwillingsbruder Sairus hat eine Ausbildung als Speditionskaufmann begonnen, ein jüngerer Bruder, Kizito, besucht im nächsten Schuljahr die Klasse, die zur Mittleren Reife führt, der jüngste Bruder, Max, hat gerade die Grundschule beendet und wird unsere Oberschule ab Februar 2019 besuchen. Diese Erfolgsgeschichten zeigen immer wieder auf, wie wichtig Schulpatenschaften sind. Damit können junge Menschen auf eine Berufstätigkeit vorbereitet werden.

So möchte ich mich im Namen aller bedanken, die hier unterstützt werden. Vor allem die Schulpatenschaften liegen mir sehr am Herzen, denn bei der großen Zahl an Kindern und jungen Menschen in diesem Land ist deren beste Perspektive für ein würdevolles Leben in ihrer Heimat der Schulbesuch mit einer Ausbildung entweder im handwerklichen oder akademischen Bereich.

Ihre Unterstützung mit einer Schulpatenschaft kommt gut an und ich achte sehr darauf, dass die Jungen und Mädchen fleißig die Schule besuchen. Sie erhalten ja auch immer ihre Zeugnisse. Es würde mich sehr freuen, wenn weitere Schulpatenschaften übernommen werden könnten.

Der Schulleiter unserer „Masimiliano Ochwo Omiel Memorial Secondary School“ Mr. Jag Owor, sowie Fr. Robert und ich bedanken sich sehr herzlich für jede Hilfe und wünschen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und für das Jahr 2019 vor allem Gesundheit, Zufriedenheit und Wohlergehen.

Gez. Christiane Maleika

weitere Informationen und Bilder sind auf unserer webseite www.help-tororo.org sowie auf der Facebookseite von Hilfe für Tororo/Uganda e.V. @tororohilfe  und auf Englisch auf der Facebookseite erstellt von ehemaligen Schülern unter www.MasimilianoO.OmielMem.Sch-Mooms@masimilianom.com