Hilfe fuer Tororo/Uganda e.V.

Tätigkeitsbericht 2013

Schule

Im Jahr 2013 wurden in der Masimiliano Ochwo Omiel Memorial Secondary School 131 Jungen und Mädchen in den Klassen 1 bis 4 unterrichtet, davon 65 Mädchen und 66 Jungen. 35 Jungen und Mädchen absolvierten die Abschlussprüfungen am Ende der 4. Klasse. Die Prüfungsergebnisse werden im Februar 2014 landesweit veröffentlicht.

33 Mädchen und 25 Jungen, die von entfernten Gegenden kommen, sind im Internat untergebracht. Um die Mädchen kümmert sich eine Hausdame, um die Jungen ein Vollzeitlehrer außerhalb des Schulunterrichts. Sie wohnen auch in den Räumlichkeiten der Schule. Vier weitere Waschplätze für Jungen wurden erbaut.

Die Schülerzahlen variieren im Laufe des Schuljahres. Schülerinnen und Schüler, deren Eltern das ohnehin geringe Schulgeld nicht bezahlen können, hören entweder mit dem Schulbesuch auf oder wechseln zu einer anderen Schule. Dort bleiben sie dann so lange, bis sie wieder vom Unterricht wegen mangelnder Bezahlung ausgeschlossen werden. Das ist leider geübte Praxis. Der Verein musste deshalb auch im Jahr 2013 die Schule in erheblichem Umfang unterstützen, insbesondere bei der Bezahlung der Gehälter. Leider gelingt das nicht immer regelmäßig.

Der neue Schulleiter, der 2012 gewonnen werden konnte und den Anforderungen des Ugandischen Erziehungsministeriums mit seiner Qualifikation entspricht, kommt zwei mal wöchentlich. Eine vollschichtige Tätigkeit ist aus finanziellen Gründen nicht möglich. Im Jahr 2012 wurde die Bezahlung des Schulgeldes per Banküberweisung verstärkt eingeführt. Das macht die Buchhaltung natürlich einfacher und Missbrauch fast unmöglich. Im Jahr 2013 wurde dieses Verfahren von den Eltern der Schülerinnen und Schüler auch zunehmend akzeptiert.

24 bedürftige Jungen und Mädchen erhielten eine Unterstützung bei der Bezahlung des Schulgeldes, entweder als Gesamtsumme oder eines Anteils davon. Die Höhe des sehr geringen Schulgeldes blieb 2013 unverändert.

Nach wie vor unterrichten 13 Lehrer entsprechend des ugandischen Lehrplans und den entsprechenden Bestimmungen. Die Disziplin des Schulpersonals ist gelegentlich verbesserungsbedürftig, besonders am Anfang eines jeden Quartals. Dann müssen immer wieder Konflikte behoben werden.

Zum Hilfspersonal gehören eine Köchin mit Hilfskoch, 3 Wachmänner für Tag und Nacht, eine Schatzmeisterin, eine Hausdame für Mädchen, ein Lagerverwalter sowie ein Chemielaborant und ein Gärtner. Für die Wachmänner wurde ein Wärterhaus gebaut.

Das Berufsförderungszentrum wurde fertiggestellt und begann in 2013 den landwirtschaftlichen Unterricht.

Wie in den Vorjahren war auch 2013 die Schulspeisung ein finanzielles Problem. Morgens bekommen die im Internat wohnenden Schülerinnen und Schüler ein "Porridge", mittags bekommen alle den in ugandischen Schulen üblichen Maisbrei und Bohnen, abends dasselbe wieder nur für die Internatsschüler. Die Bezahlung des Schulgeldes beinhaltet für Internatsschüler neben den Unterrichtsgebühren eine Vollverpflegung, für Tagesschüler neben den Unterrichtsgebühren die Bezahlung des Mittagsessens.

Wenn die Schulgebühren nicht oder nur zu einem geringen Anteil bezahlt werden, ist das natürlich ein weiteres Problem, das der Verein "Hilfe für Tororo/Uganda e.V." ausgleichen muss.

In den letzten Jahren konnte ein angrenzendes Gelände gekauft werden. Dies wird im Rahmen des landwirtschaftlichen Unterrichts vor allem zum Anbau von Mais, Süßkartoffeln und Tomaten genutzt. Das soll dazu beitragen, die Kosten der Schulspeisung etwas zu reduzieren.

Ein Schulbeirat tagte zwei mal im Jahr 2013. Das ist ein Gremium, das aus Personen besteht, die sich um die Weiterentwicklung der Schule kümmern.

 

Schulpatenschaften

Aktuell werden 43 Jungen und Mädchen im Alter zwischen 4 und 24 Jahren schulisch unterstützt. Zwei Kinder gehen in die Vorschule, drei Jungen und ein Mädchen haben nach der Mittleren Reife die 5. Klasse der Oberschule besucht. Zwei Jungen und ein Mädchen studieren in Kampala, das Mädchen sogar mit staatlicher Unterstützung. Eine junge Frau wird zur Krankenschwester in einem sehr guten Krankenhaus im Norden von Uganda ausgebildet. Alle anderen gehen noch in die Grund- bzw. Oberschule. Ihre Ergebnisse zum Ende des Schuljahres 2013 waren fast alle zu meiner Zufriedenheit.

Da immer wieder neue Jungen und Mädchen hinzukommen, suche ich weitere Sponsoren.

 

Frauenzentrum

Wie in den Jahren zuvor ist die Nähstube im Frauenzentrum ein fester Bestandteil zum Nähen von neuen Kleidungsstücken oder Reparieren von alten. Weitere Nähmaschinen kamen im Rahmen der Frauenförderung hinzu. Junge Mädchen und Frauen erlernen von der langjährigen Schneiderin darüber hinaus das Nähen. Darum herum machen Frauen ihre "Geschäfte". Sie verkaufen Second-Hand-Kleidung, Lebensmittel, Gemüse oder Backwaren, je nachdem was sie gerade zu verkaufen haben. Das ermöglicht ihnen ein kleines Einkommen. Auch der zum Frauenzentrum gehörende Krämerladen gibt Frauen die Chance, Lebensmittel einzukaufen, ohne den recht weiten Weg in die Stadt Tororo machen zu müssen.

Immer mehr Gruppen treffen sich auf diesem Gelände, um diverse Themen zu behandeln, z.B. Spargruppen, Selbsthilfegruppen mit dem Thema HIV/Aids, Gesundheits- und Hygieneerziehung.

Auch nachmittags ist nach den erledigten Arbeiten des Vormittags ein reger Betrieb. Sogar workshops wurden schon organisiert.

 

Unterstützung von Frauen

Frauen sind in dieser sehr traditionellen Gesellschaft am meisten von Armut betroffen. Sie arbeiten sehr viel, und haben kaum die Möglichkeit, eigenes Geld zu verdienen. Deshalb liegt mein Schwerpunkt auf der Hilfe zur ihrer Selbsthilfe. Dazu gehört die Ausstattung mit Geräten zur Feldarbeit, das Überlassen von Saatgut, die medikamentöse Versorgung im Krankheitsfall, bis hin zum Kauf von Waren, die sie dann in einem kleinen Laden selbst wieder verkaufen können. Da die Landwirtschaft in dieser Gegend am wichtigsten ist, weil nur sie für die Familien das "tägliche Brot" sichert, macht es am meisten Sinn, die Frauen in dieser Richtung zu unterstützen. Frauen wurden deshalb Schweine und Ziegen zur Aufzucht zur Verfügung gestellt, um sie zu gegebener Zeit zu verkaufen.

 

Bäckerei

Ein wesentlicher Schwerpunkt war in 2013 die Bäckerei, die von zwei Frauen betrieben wird. Manchmal benötigen sie finanzielle Unterstützung beim Kauf von Backzutaten, aber der Backbetrieb ist zunehmend stabiler geworden.

 

Solar

Die in den Vorjahren installierten Solaranlagen funktionieren nach wie vor. Es musste aber eine reguläre Wartung und eine Verstärkung der Solaranlagen durchgeführt werden.

 

Gez. Dr. Christiane Maleika

Pages