Hilfe fuer Tororo/Uganda e.V.

Tätigkeitsbericht 2012

Schule

 
Im Jahr 2012 wurden in der Masimiliano Ochwo Omiel Secondary School in den Klassen eins bis drei 73 Jungen und Mädchen unterrichtet. 46 Jungen und Mädchen absolvierten die Abschlußprüfungen am Ende der vierten Klasse. Die Prüfungsergebnisse werden Ende Januar/Anfang Februar 2013 landesweit veröffentlicht.
 
Die Schülerzahlen variieren im Laufe des Schuljahres. Schülerinnen und Schüler, deren Eltern das ohnehin geringe Schulgeld nicht bezahlen können, hören entweder mit dem Schulbesuch auf oder wechseln zu einer anderen Schule. Dort bleiben sie dann so lange, bis sie wieder vom Unterricht wegen mangelnder Bezahlung ausgeschlossen werden. Das ist leider geübte Praxis.
 
So mußte der Verein auch im Jahr 2012 die Schule in erheblichem Umfang unterstützen.
Es konnte ein neuer Schulleiter gewonnen werden, der den Anforderungen des ugandischen Erziehungsministeriums mit seiner Qualifikation entspricht. Die Richtlinien hierzu haben sich in den letzten Jahren sehr verschärft. In seinem ersten Jahr mit uns führte er "Modernisierungen" durch, die sich auf längere Sicht positiv auswirken werden. Zum Beispiel wurde das Schulgeld bis zum letzten Jahr in der Schule bar bezahlt, seit dem letzten Jahr sind Bankübereisungen wie auch in anderen Schulen Pflicht. Das macht die Buchhaltung natürlich einfacher und Mißbrauch fast unmöglich.
 
Auch die Überwachung der Lehrer war viel stringenter, im Hinblick auf Anwesenheit und Qualität des Unterrichts. So ist insgesamt zu sagen, dass das Schulmanagement gemeinsam mit dem Schulbeirat, der regelmäßig tagt, besser aufgestellt ist als zuvor.
 
Die Schulspeisung ist nach wie vor ein finanzielles Problem. Aus humanitären Gründen ist es schwierig, Jungen und Mädchen vom Essen auszuschließen, weil das Schulgeld nicht bezahlt wurde. Aber natürlich kann es sich eine Schule aufgrund der hohen Lebensmittelpreise nicht leisten, allzulange Jungen und Mädchen umsonst zu verköstigen. Das ist immer eine Gratwanderung.
 
In manchen Fällen ist auch die Berufsmoral von Lehrern schlecht. Zum Glück hat der ugandische Staat darauf reagiert und gesetzlich geregelt, dass unbegründete Abwesenheiten von mehr als 3 Tagen zu einem Verlust des Gehalts in dem besagten Monat führen. In unserer Schule waren davon 3 Lehrer betroffen, deren Verträge auch nicht erneuert wurden. Es stehen neben dem Schulleiter und seinem Stellvertreter 15 weitere Lehrerinnen und Lehrer auf der Gehaltsliste. Daneben gehören sechs Männer und Frauen zum Hilfspersonal.
 
Ein neuer, im Land als "moderner" Ofen bezeichnet, konnte in der Schulküche gebaut werden, der für die Köchin ein "rauchfreies" Arbeiten ermöglicht. Das sind Öfen, die einen Abzug haben und aufgrund der Konstruktion weniger Feuerholz verbrauchen.
Das Berufsförderungszentrum wurde fertiggestellt und geht in 2013 in Betrieb.
Zunehmend mußten wir Schlafplätze für Jungen und Mädchen zur Verfügung stellen, da der Schulweg für viele einfach zu anstrengend und zu weit ist, um ihn täglich bei jeder Witterung 2 mal zu gehen. Das machte natürlich erforderlich, dass wir zusätzliches Personal als Verantwortliche für Mädchen und Jungen rund um die Uhr einstellen mußten.
 
Schulpatenschaften
 
Aktuell werden 43 Jungen und Mädchen ab dem Alter von vier bis 24 Jahren schulisch unterstützt. Drei Kinder gehen in die Vorschule, zwei Kinder haben die Grundschulzeit beendet, fünf die Mittlere Reife und ein Junge machte das Abitur. Ein Junge und ein Mädchen studieren in Kampala, das Mädchen sogar mit staatlicher Unterstützung. Eine junge Frau hat die Ausbildung zur Krankenschwester in einem sehr guten Krankenhaus im Norden von Uganda begonnen. Alle anderen gehen noch in die Grund- bzw. Oberschule. Ihre Ergebnisse zum Ende des Schuljahres 2012 waren fast alle sehr zu meiner Zufriedenheit. Da immer wieder neue Jungen und Mädchen hinzukommen, suche ich weitere Sponsoren.
 
Frauenzentrum
 
Wie in den Jahren zuvor ist die Nähstube im Frauenzentrum ein fester Bestandteil zum Nähen von neuen Kleidungsstücken oder Reparieren von alten. Junge Mädchen und Frauen, erlernen darüberhinaus hier von der langjährigen Schneiderin das Nähen. Darum herum machen Frauen ihre "Geschäfte". Sie verkaufen "Second-Hand-Kleidung", Lebensmittel, Gemüse oder Backwaren, je nachdem was sie gerade zu verkaufen haben. Das ermöglicht ihnen ein kleines Einkommen. Auch der zum Frauenzentrum gehörende Krämerladen gibt Frauen die Chance, Lebensmittel einzukaufen, ohne den doch recht weiten Weg in die Stadt Tororo machen zu müssen.
 
Zunehmend mehr Gruppen treffen sich auf diesem Gelände mit diversen Themen: z.B. Spargruppen, Selbsthilfegruppen mit dem Thema HIV/Aids, Gesundheits- und Hygieneerziehung.
 
Nachmittags ist nach getaner Arbeit vom Vormittag ein reger Betrieb.
 
Unterstützung von Frauen
 
Frauen sind in dieser sehr tradionellen Gesellschaft die am meisten von Armut Betroffenen. Sie arbeiten sehr viel, und haben kaum die Möglichkeit, eigenes Geld zu erwirtschaften. Deshalb liegt mein Schwerpunkt auf ihrer Hilfe zur Selbsthilfe. Dazu gehört die Ausstattung mit Geräten zur Feldarbeit, zur Verfügungstellung von Saatgut, medikamentöser Versorgung im Krankheitsfall, bis hin zum Kauf von Waren, die sie in einem kleinen Laden verkaufen können. Da die Landwirtschaft in dieser Gegend die im Vordergrund stehende Aktivität ist, die für die Familien das "tägliche Brot" sichern soll, macht es natürlich am meisten Sinn, die Frauen in dieser Richtung zu unterstützen. Frauen wurden Schweine und Ziegen zur Aufzucht zur Verfügung gestellt, um sie zu gegebener Zeit zu verkaufen.
 
Bäckerei
 
Ein wesentlicher Schwerpunkt war in 2012 die Bäckerei, die von zwei Frauen betrieben wird. Manchmal brauchen sie finanzielle Unterstützung beim Kauf von Backzutaten, aber der Backbetrieb ist zunehmend stabiler geworden. Ich konnte zwei Frauen und einem jungen Mann eine Kurzausbildung im Bäckerhandwerk absolvieren lassen. Hier lernten sie vor allem Brot- und Kuchenbacken. In der Weihnachtszeit konnten sie unter Anleitung von Christiane Trautes, die im Dezember hier war, auch Plätzchen backen. Die Vermarktung übernahmen wir und die Supermärkte in der Stadt hatten plötzlich Weihnachtsgebäck wie in Deutschland. Nach den Feiertagen kristallisierte sich raus, dass vor allem Brötchen hoch im Kurs sind und wir aufgrund der guten Qualität immer Kundschaft haben.
 
Solar
 
Dank vielfältiger Unterstützung sind nunmehr sämtliche Gebäude der Schule und des Gesundheitserziehungszentrums innen und außen mit solarbetriebenem Strom ausgestattet. Mittlerweile haben sich die Menschen dran gewöhnt, dass es neben dem üblichen Strom auch Strom von der Sonne gibt. Den Vorteil haben viele zwischenzeitlich begriffen. Der konventionelle Strom fällt ständig aus und man weiß nie, ob man z.B. zum Fotokopieren in die Stadt fahren kann.
Mit dem solarbtriebenen Strom passiert das ja nicht. Allerdings ist die Beschaffung für die Meisten Menschen zu teuer.
 
Gez. Dr. Christiane Maleika

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